„Mit den anhaltenden hohen Studierendenzahlen steigt auch der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Studierende. Die chronische Unterfinanzierung und die Hochschulpolitik des Bundes, die die Länder weitgehend im Stich lässt, sorgen jedoch dafür, dass immer mehr Studierende immer höhere Mietpreise zahlen müssen“, erklärt die hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Nicole Gohlke, zu dem heute vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vorgestellten Studentenwohnpreisindex.
„Überall in Deutschland explodieren die Mietpreise, mit dramatischen Auswirkungen auch für Studierende. Während man sich landauf, landab über steigende Studierendenzahlen freut, hinkt der Ausbau der notwendigen studentischen Infrastruktur weit hinterher.
Vor allem bei der Frage nach bezahlbaren Wohnraum wird diese Diskrepanz deutlich. Während die Zahl der Studierenden seit 2008 um etwa 42% gestiegen ist, stieg die Zahl der Wohnheimplätze in der gleichen Zeit gerade einmal um etwa 5% an.
Was nützt das ganze Werben um die klügsten Köpfe, wenn diese Köpfe kein vernünftiges Dach über dem Kopf haben? Eine Wende beim bezahlbaren Wohnungsraum ist notwendig, damit studentisches Wohnen nicht zu einem Luxusgut wird.
Neben der Schaffung von bezahlbaren Wohnraum und einer wirksamen Mietpreisbremse, die sich nicht als „zahnloser Tiger“ entpuppt, brauchen wir daher ein Bund-Länder-Programm, das die flächendeckende Schaffung speziell von Wohnraum für Studierende vorantreibt. Zwar ist die Lage in Städten wie München, Berlin und Hamburg besonders prekär, doch ist mangelnder studentischer Wohnraum auch an vielen Hochschulstandorten im Osten kein unbekanntes Phänomen mehr. In Jena, Magdeburg, Dresden oder auch Leipzig konnten 2017 bei weitem nicht mehr alle Bewerberinnen und Bewerber auf einen Wohnheimplatz entsprechend versorgt werden.
Der Bund muss sich endlich seiner Verantwortung stellen und darf das Problem nicht auf die Länder abwälzen.“